Vakuumtechnik: Ausbildung, Weiterbildung & Karriere
Vakuumtechnik steckt in Halbleiterfabriken, Teilchenbeschleunigern, Weltraumsimulation, Dünnschichtbeschichtung,
Gefriertrocknung und Analysegeräten — doch kaum ein Studiengang lehrt sie direkt. Die meisten Fachleute lernen im
Beruf und bauen darauf mit Fachschulen und Weiterbildungen auf. Dieser Überblick zeigt die Möglichkeiten vom
Techniker bis zur Graduiertenebene.
Berufsbilder in der Vakuumbranche
Rolle
Aufgaben
Typischer Einstieg
Vakuum- / Servicetechniker
Installiert, wartet und überholt Pumpen, Messgeräte, Ventile und Lecksucher beim Kunden oder im Servicezentrum.
Ausbildung in Metall, Elektro, Mechatronik oder Kältetechnik, danach Hersteller- und Weiterbildungskurse.
Prüfer für Dichtheitsprüfung
Helium-Lecksuche, Druckabfall- und Blasenprüfung an Bauteilen und kompletten Anlagen.
ZfP-Qualifikation im Verfahren Dichtheitsprüfung (LT), z. B. Stufe 1–3 nach DIN EN ISO 9712.
Prozess- / Anlageningenieur
Betreibt und optimiert Anlagen für Vakuumbeschichtung, Ätzen, Trocknung und Wärmebehandlung in Fabs und Werken.
Studium in Ingenieurwesen, Physik oder Werkstofftechnik, dazu Vakuum-Weiterbildung im Beruf.
UHV- / Beschleuniger-Vakuumingenieur
Entwirft, baut und betreibt Ultrahochvakuumsysteme für Beschleuniger, Synchrotrons, Fusion und Weltraumsimulation.
Studium der Physik oder des Maschinenbaus, danach Fachschulen wie CAS, JUAS oder USPAS.
Applikations- & Vertriebsingenieur
Wählt und dimensioniert Pumpen und Anlagen für Kundenprozesse und begleitet die Inbetriebnahme.
Ingenieurstudium oder erfahrener Techniker, dazu vertiefte Produktschulung.
Vakuummetrologie & Kalibrierung
Kalibriert Vakuummessgeräte und Testlecks rückgeführt auf nationale Primärnormale.
Hintergrund in Physik oder Messtechnik; Schulung in akkreditierten Laboren und Metrologieinstituten.
Die deutsche Fachgesellschaft für Vakuumwissenschaft und -technik. Ihr Ausbildungsausschuss koordiniert Kurse zur Vakuumtechnik in Deutschland und vergibt Zertifikate und Gütesiegel für Kurse und Lehrveranstaltungen.
EIPOS mit der TU Dresden · Anwender, Ingenieure, Techniker
Seminar mit Vorlesungen und Laborpraxis an der Fakultät Physik der TU Dresden, einschließlich Lecksuche und Leckratenbestimmung. Von der DVG empfohlen.
Zweitägiges Seminar zu Druckeinheiten, Verdränger- und Hochvakuumpumpen, Abpumpzeiten, Druckmessung, Komponenten, Lecksuche und Werkstoffen im Vakuum — mit Versuchen an Schnittmodellen.
Veranstaltet eigene Vakuumschulen für die nächste Generation von Beschleuniger-Vakuumexperten — 1999, 2006 und 2017, zuletzt als zehntägiger Kurs mit Praxisteilen zu Simulation, Lecksuche und Restgasanalyse. Die Vorlesungsbände sind frei online lesbar.
Zehnwöchiges Programm von Januar bis März, seit 1994 mit Partneruniversitäten: fünf Wochen Beschleunigerphysik, danach fünf Wochen Beschleunigertechnik und Anwendungen. Partneruniversitäten können es als Studienleistung anerkennen.
US-Nationallabore und Gastuniversitäten · Graduierte / Studierende im Abschlussjahr
Bietet regelmäßig den Graduiertenkurs „Vacuum Science and Technology for Particle Accelerators“ zu Pumpen, Messtechnik, Werkstoffen, Kammerbau und Vakuumbehandlung an (auf Englisch).
Mitgliedsgesellschaften der IUVSTA · Alle Stufen, Landessprache
Die IUVSTA fördert technische Schulungen ihrer Mitgliedsgesellschaften in der jeweiligen Landessprache — in Deutschland ist das die DVG.
Zertifizierung: Dichtheitsprüfung
Die Dichtheitsprüfung (LT) ist ein anerkanntes Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung mit formaler
Personalqualifikation in den Stufen 1, 2 und 3 nach DIN EN ISO 9712. In Deutschland bietet die
DGZfP Ausbildung und
Zertifizierung an; international verbreitet sind die Programme der
American Society for Nondestructive Testing (ASNT).
Für die Vakuumtechnik ist die Helium-Lecksuche die wertvollste Spezialisierung. Unser
Leckrate-Umrechner deckt die gängigen Einheiten ab.
Herstellerschulungen
Pumpen- und Gerätehersteller schulen Kunden und Servicepersonal an ihren eigenen Geräten. Diese Kurse sind praxisnah
und enthalten oft Vakuumgrundlagen, konzentrieren sich aber naturgemäß auf die Produkte des Herstellers.
Vakuumgrundlagen, Helium-Lecksuche und produktspezifische Schulungen.
Weitere Hersteller bieten ähnliche Programme an — siehe das Herstellerverzeichnis.
Alle Angaben dienen nur der Information; wir sind mit keinem Anbieter verbunden.
In Halbleiter- und Displayfabriken, bei Pumpen- und Anlagenherstellern und deren Servicenetzen, in Forschungslaboren
und Beschleunigerzentren, in der Raumfahrt, bei Beschichtungs- und Optikunternehmen, in Pharma und
Lebensmittelverarbeitung (Gefriertrocknung) und in der Kälte- und Klimatechnik. Große Forschungszentren schreiben
Vakuum- und Technikstellen direkt aus:
Einen eigenen Studiengang Vakuumtechnik bieten nur sehr wenige Hochschulen an. Die meisten Vakuumingenieure studieren Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Werkstofftechnik und spezialisieren sich dann über Graduiertenschulen wie die CERN Accelerator School, JUAS oder USPAS sowie über Weiterbildungen der DVG, des VDI oder der AVS.
Wie werde ich Vakuumtechniker?
Üblicher Einstieg ist eine Berufsausbildung im Metall-, Elektro-, Mechatronik- oder Kältebereich. Arbeitgeber wie Pumpenhersteller, Halbleiterfabriken und Forschungszentren schulen dann im Beruf, oft ergänzt durch Herstellerkurse und Weiterbildungen. Eine Zertifizierung in der Dichtheitsprüfung ist ein anerkannter Nachweis.
Welche Zertifizierung gibt es für die Dichtheitsprüfung?
Die Dichtheitsprüfung ist ein anerkanntes Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung. Prüfpersonal wird in Stufe 1, 2 oder 3 nach DIN EN ISO 9712 zertifiziert, in Deutschland über die DGZfP; international sind auch die Programme der ASNT verbreitet. Für die Vakuumtechnik ist die Helium-Lecksuche die wichtigste Spezialisierung.
Wo kann ich in Deutschland Vakuumtechnik lernen?
Die Deutsche Vakuum-Gesellschaft (DVG) koordiniert und zertifiziert Kurse; Beispiele sind das von der DVG empfohlene Seminar von EIPOS an der TU Dresden und das zweitägige Grundlagenseminar des VDI Wissensforums. Hinzu kommen Herstellerschulungen und internationale Angebote wie die IUVSTA-Schulen.